Valdobbiadene 2016



Vom 26. – 29. Mai war es wieder einmal soweit. Die Radfreunde brachen zu ihrer jährlichen Reise nach Italien auf. Diesmal war wieder Valdobbiadene, die „Casa Rosa“ unser Ziel – an der Peripherie von Valdobbiadene mitten in den Weingärten gelegen, hatte die Unterkunft gleich eine Überraschung zu bieten. Vom Quartier bis zur Hauptstrasse gleich einmal 38 Hm, also um das Aufwärmen brauchte man sich keine Sorgen machen.

Am ersten Tag wurde zum Einfahren eine Tour von Valdobbiadene nach Asolo gewählt. Die Fahrt ging über die Piave in Richtung Pederobba und über die Hügel nach Possagno und nach Asolo. Asolo ist eine wunderschöne mittelalterliche Stadt auf einem kleinen Hügel mit einem wirklich schönen kleinen Hauptplatz mit Brunnen und kleinen Lokalen – also jederzeit eine Reise wert. Anschließend ging es zurück Richtung Valdobbiadene über Maser und leicht welliges Terrain. Knapp 45 km waren gerade richtig zum Einfahren und Aufwärmen.

Der zweite Tag sah dann als Ziel den eigentlichen Grund unserer Reise in diese Gegend vor – den Passo San Boldo. Dieser Pass ist wohl eines der beeindruckendsten Bauwerke. In nur 4 Monaten während des ersten Weltkrieges von den Österreichern erbaut, überwindet er in nur 6 km über 470 Hm. Die letzten Kilometer ziehen sich fast über eine senkrechte Wand in der die Kehren in 6 Tunneln in die Wand geschlagen sind. Ein wirkliches Erlebnis, wenn man Luft und Muse hat, die Umgebung zu genießen. Von Valdobbiadene ging die Anfahrt über die Weinberge des Prosecco in Richtung Solighetto und über kleine Nebenstraßen nach Rolle. Vom Ort Tovena aus ging es dann in das Tal Richtung Passo San Boldo. Die Herausforderung an diesem Tag war eindeutig das schwülwarme Wetter, das den Schweiß aus jeder Pore drückte. In unseren Breiten hatte man ja eher noch mit dem kühl nassen Wetter zu kämpfen. An der Passhöhe angekommen – ein ebenfalls angenehmer Nebeneffekt ist, dass der Pass nicht sehr bekannt ist und daher keine Scharen von Radfahrern und Motorradfahrern die Auffahrt säumen – genehmigten sich die Radfreunde eine kleine Pause bevor es wieder an die Heimfahrt ging.

Die allerdings hatte es wieder in sich. Nicht die Höhenmeter waren das Problem, sonder wie gesagt die Schwüle und Hitze. Die Fahrt ging über Cison und Miane über die Weinberge in Richtung Santo Stefano und dann nach Valdobbiadene. 75 km und knapp 1000 Hm waren die „Ausbeute“ dieser anstrengenden aber wunderschönen Fahrt. Zum Abschluss hatten wir noch eine überraschende Begegnung mit einem Landsmann in einem Café in Valdobbiadene. Der ORF-Moderator Dorian Steidl war mit seinem Motorrad zufällig in der Gegend unterwegs.

Am dritten Tag war dann vorerst die Luft etwas draußen und am Anfang fehlt etwas die Motivation. Wir fuhren mit dem Bus nach Feltre. Von dort ging es dann Richtung Bassano del Grappa. Die Radfreunde fuhren durch das Piavetal entlang Richtung Santa Maria. Schön langsam erwachten wieder die Lebensgeister und die Fahrt begann Freude zu machen. Von der Hauptstrasse ging es dann weg Richtung Pederobba und über Belatto und Pieve über eine wunderbar hügelige Nebenstraße mit wunderbaren kleinen Ortschaften Richtung Bassano. Vor Bassano wurde der Verkehr dann etwas stärker und auf ungefähr 10km Fahrt begegneten uns unzählige Radfahrer. Bassano ist ein Zentrum des Radsports, sind doch in der Gegend alle großen italienischen Radhersteller, wie Pinarello, Wilier etc. beheimatet. Zum Abschluss standen wieder knapp 50 km auf dem Tacho.

Am Abend wurden die Fahrten dann wieder bei einem wirklich hervorragendem Abendessen in einem Agroturismo analysiert und es wurde beschlossen in ein paar Jahren wieder in dieses Gebiet zu fahren, da noch einige Herausforderungen warten. Alles in Allem wieder eine gelungene Reise der Radfreunde, Dank an unseren „Transporter“ Martin Valentan und an Heli Kienreich für die Planung der Radtouren.